Vulgärer Fluch oder neuer Gerstensaft aus der Alpenrepublik ?Es gibt genug Beispiele für unglückliche Produkt- oder Markennamen - meist haben die Markenverantwortlichen schlicht und ergreifend "vergessen" die Bedeutung eines Namens in einer fremden Sprache oder in einem fremden Kulturkreis in Bezug auf Bedeutung, Assoziationen, usw. prüfen zu lassen. Man denke nur an die Modelle der Autobauer Mitsubishi, Ford, Fiat oder Chevrolet, die mit den Bezeichnungen "Pajero" (umgangssprachlich in Spanien = Wix?xer), "Pinto" (in Brasilien soviel wie "kleiner Pe...s"), "Uno" (finnisch für "Trottel") und "Nova" (spanisch "geht nicht") nicht besonders viel Freude hatten. Etwas anders liegt der Fall wohl bei der Namensgebung für ein neues Bier aus einer kleinen Gemeinde im Bezirk Braunau am Inn in Oberösterreich. Denn dort wurde ganz bewußt der Name des Ortes "Fucking" genutzt, um eine neue Biermarke anzumelden. Der Umstand, dass das Bier eine helle Farbe hat, ist zudem dafür verantwortlich, dass der Zusatz "Hell" ergänzt wurde. Das Ergebnis ist eine neue Biermarke mit der Bezeichnung "Fucking Hell", die nun auch vom europäischen Markenamt gebilligt wird. Anfänglich wurde die Eintragung noch mit der Begründung zurückgewiesen, dass Markennamen nicht blasphemisch oder abfällig sein dürfen. Nach dem Widerspruch der Bierbrauer in spe gab das Amt schließlich mit dem Hinweis auf den echten Gemeindenamen nach. Wieso auch nicht ... Soweit bekannt ist, kommt das Erdinger Weißbier aus Erding/Bayern, das Clausthaler Alkoholfrei ursprünglich aus Clausthal/Niedersachsen und das Warsteiner aus Warstein/Nordrhein-Westfalen usw. Und nun kommt ein Helles eben aus Fucking - wer denkt schon an die zweideutige Bedeutung. Um ähnliche Schwierigkeiten zu vermeiden, hat sich die saarländische Gemeinde Fickingen schon 1932 in Saarfels umbenannt. Ob Poppenhausen (Landkreis Schweinfurt und Fulda), Titting (Landkreis Eichstätt), Vögelsen (Landkreis Lüneburg) oder Wixhausen (Darmstadt) dies ebenfalls vorhaben, ist nicht bekannt. Falls Sie Ihre Bedenken bei der Namensgebung gerade bei der Erschließung neuer Märkte von Anfang an ausräumen möchten, empfehlen wir unsere Linguistikrecherchen. Hierbei prüfen native speaker den Begriff auf alle Eventualitäten. Mehr dazu erfahren Sie unter Linguistikrecherchen . |